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Geschichte des Schlosses und des Dorfes

Die Geschichte

des Schlosses und Dorfes Hirschwald


und


seines Vorläufers Gumpenhof


 

 

von

Anton Dollacker


in Amberg 1928

mit 6 Bildern und 2 Plänen

 

Inhalt:

1. Gumpenhof und sein Untergang

An der Stelle, die jetzt Hirschwald, Bezirksamts Amberg, einnimmt, befand sich vor vierhundert Jahren ein anderes Dorf "Gumpenhof" geheißen.
Dieser Name1 wurde schon um 1143 und 1149 gebraucht, indem da ein Gebehardus und ein Walricus de Gumpenhofen als Zeugen bei einer Beurkundung mit anderen Adeligen auftreten.2 Es ist also in Gumpenhof ein Edelsitz 3 der aber wohl nur aus einem gewöhnlichen Bauernhof und nicht etwa aus einem Schloß bestand.

1359 wird die "Öde Willmannshof datz ( = bei) Gumpenhof" 4 und 1407 ein Gut zu Gumpenhof5 erwähnt.
1454 überließ das Kloster Ensdorf dem Kurfürsten Friedrich I den Nutzgenuß von einem "Gut die Satzung zum Gumpenhofe"; 6 es scheint also schon dieser Landsherr sich der Jagd halber öfters in Gumpenhof aufgehalten zu haben. Gumpenhof war, wie wir gleich nachher sehen werden, erheblich größer als das heutige Dorf Hirschwald; tatsächlich scheinen auch die nördlich bei diesen im Freien liegenden zwei Wasserhüllen (siehe Anlage VIII) von ehemals dort gestandenen Bauernhöfen herzurühren.
Die Gumpenhofener Bauern waren größtenteils dem Kloster Ensdorf als dem Obereigentümer ihrer Güter zinspflichtig und so sind uns die Namen der Meisten überliefert.
Nachstehend gebe ich einen Auszug aus dem Salbuch dieses Klosters von 1546 7 wo das Dorf Gumpenhof schon verschwunden war (s. u.) und nur noch für die Gründe, insoweit sie nicht zu Wald gemacht waren 8 jährlich Zins entrichtet werden mussten.

 

Gumpenhof:

Ein Hof im Dorf gegeben von Ulrich von Hausen

1 Pfund Pfennige

(der) Widenhof, da etwan, (ehemals) der Jung Prühel aufgesessen ist

75 Pfennige

des Schmi d´s Stadel9

30 Pfennige, Äcker ... 37 Pfennige

Merkel Payer, der etwan auf dem Gut neben dem Schmid gesessen ist

30 Pfennige und 1 Pfd. Eier

(ein) Gut, da etwan Jörg Gumpenhofer10 aufgesessen ist

60 Pfennige

(die) Äcker zu dem Ronkenhof11 sind vor Jahren zwei Höf gewesen

9 Pfennige

ein Gut, da etwan der alte Prühel aufgesessen ist

38 Pfennige

ein Gut, da etwan der Hauer aufgesessen ist

72 Pfennige, 30 Eier, 2 Käs und 1 Fastnachtshuhn

ein Gut, da etwan der Schewerl aufgesessen ist, das heißt der Perzenpoden gut

30 Pfennige

ein Gut, da etwan Wolf Gumpel aufgesessen ist

12 Pfennige und ? Korn

ein Acker, genannt der Druschel

24 Pfennige

ein Gut, da etwan Hans Hiltl aufgesessen ist

52 Pfennige und 1 Fastnachtshuhn

ein Gut, da der alte Raßler aufgesessen ist

? Korn, ? Haber

ein Gut, das er zugebaut hat

36 Pfennige

 

Außerdem gabs in Gumpenhof noch das schon oben erwähnte Gut "die Satzung" und nach der Zehentbeschreibung des Ensdorfer Salbuchs von 1546 einem Hof, da vor Zeiten der Jakob Schrißl aufgesessen ist 12 welche zwei Anwesen anscheinend freies Eigentum der Besitzer waren, oder unter einem anderen Obereigentümer als vom Kloster standen.
Ferner war, wie ich unten beweisen werde; im Dorf schon eine Kirche mit Friedhof, Obwohl Gumpenhof "wie später" zum Amt Rieden gehörte, hatte dort das Kloster Ensdorf 1501 fünf Untertanen namens Haymeller, Thoman Stigler, Jakob Roßler, Endres Püchler und Frenkel den Hofkastner. 13


2. Entstehen von Hirschwald

So wäre das Dorf Gumpenhof mindestens mit zwölf 14 Anwesen bis auf unsere Zeit gekommen, wenn nicht Pfalzgraf Friedrich, der später als Kurfürst der zweite hieß, 1513 Administrator der oberen Pfalz geworden wäre und in dieser seinen ständigen Wohnsitz genommen hätte.
Friedrich, ein großer Jagdliebhaber, machte nämlich aus dem landesherrschaftlichen Hirschwald ein großes Wildgehege15 und da ihm vermutlich das mitten darin gelegene Dorf Gumpenhof wegen des Wildschadens und der zu befürchtenden Wilddiebereien lästig wurde, so erwarb er, wie man aus dem späteren Besitzstand folgern muß, allmählich auf gütlichem Wege sämtliche Gumpenhofer Anwesen 16 zu freiem Eigentum des Kurfürsten; legte alle Gebäude mit Ausnahme der Ortskirche nieder und erbaute sich neben dieser ein "Jagdhaus" mit etlichen Nebengebäuden.17
Die so neu entstandene Ortschaft, die entsprechend dem damaligen Brauch zur Sicherung gegen räuberische Überfälle mit einer Ringmauer und einem vorgelegten Graben umgab, erhielt von ihm den Namen "Hirschwald". 18
Das alles musste vor 1538 geschehen sein, weil in diesem Jahr Friedrich mit großem Gefolge (128 Pferde) auf mehrere Tage zur Hirschjagd nach Hirschwald kam und es damals schon einen "Vogt zum Hirschwald" d. i. Hausmeister für's Jagdhaus gab.19
Friedrich weilte in Hirschwald noch öfters; so zog er sich 1543 "also ein Jahr bevor er Kurfürst wurde" dahin auf längere Zeit zurück, um dort friedlich und billig zu leben.20


3. Das Schlößl zu Hirschwald

Das Hirschwalder "Jagdhaus", oder wie es auch hieß und noch heißt, das "Schlößl" (jetzt Hausnummer 10) war ein im ländlichen Stil gehaltener Steinbau mit durchaus gewölbten Erdgeschoß und mit einem Steinbau mit einem Obergeschoß in Fachwerk21 aber ohne Kellergeschoß.
Wir haben davon einen Abriß22 aus dem Jahre 1737 (siehe Anlage III). Auch auf zwei Karten von etwa 1600 ist das Schlößl abgebildet 23 (siehe Anlage II); aber diese zwei Abbildungen sind zweifellos nicht nach der Natur gezeichnet und daher keine zuverlässige Zeugen für das damalige Aussehen des Baues.
Da das Schlößl sich bald als viel zu klein für seinen Zweck erweisen musste, so wurde, jedenfalls schon frühzeitig im Dachboden der benachbarten Kirche durch Einziehen von Riegelwänden weitere Wohnräume hergestellt 24 zu deren man nach der Überlieferung vom Dachboden des Schlößels vermittels eines gedeckten Ganges hinübergehen und so trockenen Fußes in die Kirche hinab gelangen konnte, (Eine zugemauerte Türlücke ist oben in der westlichen Giebelmauer der Kirche vom Dachboden aus jetzt noch zu sehen; nach außen hin aber ist sie durch den Verputz verdeckt.)
Wie das Schlößl in seiner besten Zeit eingeteilt war, sagt uns ein am 5. Juli 1578 "zum Hirschwald" aufgenommenes amtliches Inventarium, 25
darnach befanden sich:

a) im Schlößl selbst
die Hofstube mit 2 Tischen und 2 Bänken, eine Silberkammer und daneben des Hausschneiders Gewölb, des gnädigsten Herrn (Kurfürst) gemach, dessen Kammer daran mit 1 Himmelbettstatt (das Fenster ging in die Stube), die Tafelstube, darin man isst, mit 2 Tischen und 4 Lehnbänken, eine Kammer daran mit Büchsenbehälter, eine Kammer daneben, die Küche, des jungen Fräulein (Prinzessin ?) Gemach mit 2 Tischen und 1 Bettstatt; der Jungfrau Stube mit 1 Tisch und 1 Bett, ein Kämmerlein daneben mit 1 Bett, die Schneiderei und eine Kammer gegenüber.

b) im oberen Gemach auf der Kirche eine Stube mit 1 Tisch und 1 Bank, eine Kammer daran mit 1 Bett, die Kanzlei mit 1 Tisch und 1 Bank, zwei andere Kammern mit je 1 Bett.
Wer sich das inzwischen nicht kleiner gewordene Schlößl anschaut, kann beurteilen, wie eng es darin jeweils bei einem Aufenthalt des Kurfürsten herging.26
Trotzdem erblickte darin am 6. Januar 1573 die Prinzessin Christine, die Tochter des damaligen Kurprinzen und späteren Kurfürsten Ludwig VI und seiner Gemahlin Elisabetha, das Licht der Welt. 27
Kurfürst Friedrich der IV kam gelegentlich eines längeren Aufenthaltes in Amberg am 2. April und 6. August "aber jedes Mal nur auf einen Tag" nach Hirschwald.28 Obwohl sich da seit beginn des dreißigjährigen Krieges kein Landesherr mehr sehen ließ, blieb das Schlößl noch längere Zeit nachher für einen solchen Besuch hergerichtet, immerhin war es schon 1628 etwas baufällig geworden. 29
In der Folge kam es immer mehr herab und wurde deshalb nur mehr von Tagelöhnersfamilien bewohnt. 1737 kaufte der damalige Forstmeister Karl Huber von Hirschwald das Schlößl, das nach seiner Angabe 30 eigentlich nur mehr ein Schutthaufen und ohne Dach war, nebst dazugehörigen Keller unter der Kirche um billiges Geld 31 und baute es so, wie es jetzt ist, wieder auf, 32 von ihm stammt jedenfalls der außen über der vorderen Eingangstür in die Mauer eingelassener Stein mit der Inschrift: C. H. F. 1737

Damals erfuhr das Erdgeschoß Wegen seiner Gewölbe kaum eine Änderung; aber das Obergeschoß wurde statt als Fachwerkbau fest in Stein aufgeführt. Selbstverständlich verschwand bei diesem Umbau der Gang zum Kirchenboden hinüber, falls er überhaupt noch bestanden haben sollte, denn das Schlößl diente auch nachher nur mehr Tagelöhnersfamilien als Wohnung und ist bis zur Stunde eine Stätte der Armut geblieben, wie es auch im Grundsteuerkataster als "Tagelöhnerhaus" geführt wird.
Dieses ist zur Zeit im Besitz von vier verschiedenen Eigentümern und deshalb räumlich in vier Teile abgeteilt und ein Teil des Erdgeschosses ist sogar (siehe Anlage IV) zu einem Kuhstall mit Türe von außen her umgewandelt worden, worunter der bauliche Zustand arg leiden muß.

Das Schlößl wurde im Jahre 1972 abgerissen (Anm. der Redaktion).


4. Die Hirschwalder Kirche mit Friedhof

Gleich neben dem Schlößl und von ihm durch einen 5 Meter breite Gasse getrennt (siehe Anlage V) steht die "Kirche" oder "Jagdkapelle" (Hausnummer 13). Diese wäre nach einem Bericht des Pflegers von Rieden vom 12. Juni 1738 33 "vor vierhundert Jahren" also schon im 15. Jahrhundert "unter der Heidelbergischen Regierungszeit für die auf die Jagd nach Hirschwald gekommenen Landesfürsten und ihren Waidhaufen erbaut" worden; es kann sich aber damals nicht um einen Neubau sondern bloß um einen Umbau gehandelt haben, da eine Kirche schon im Dorf Gumpenhof vorhanden war.
Ried sagt nämlich in seiner Chronik von Hohenburg; 34 "1540 Pfalzgraf Friedrich II baute ein schönes Jagdschloß im Hirschwald an einer Stelle, wo zuvor eine kleine Kapelle stand. Daß diese Angabe "abgesehen von der Jahreszahl" richtig ist 35 und demnach die Kirche ein höheres Alter als das Schlößl hat, geht schon daraus hervor, dass letzteres seinen Keller unter der Kirche hatte36 und dass an diese ein Friedhof stoßt, in dem bis weit ins 19. Jahrhundert hierin das Forstpersonal37 und früher wohl auch die sonstige Einwohnerschaft 38 von Hirschwald beerdigt wurde, denn nach Erbauung des kurfürstlichen Jagdhauses wäre bei ihm sicherlich kein Friedhof mehr angelegt worden und andererseits hätte man, wenn nicht das große Gewölbe unter der Kirche schon vorher bestanden hätte, nicht dieses Gewölbe als Keller für's Jagdhaus hergenommen sondern einfach letzteres unterkellert.
Das Gewölbe unter der Kirche muß demnach ursprünglich das Beinhaus (Karner) für den Friedhof gewesen sein, in dem die jeweiligen ausgegrabenen Totengebeine aufbewahrt wurden, da man keine Kirche mit einem nur weltlichen Zwecken dienenden Kellergeschoß neu baute, wenn man den Keller besser in dem Haus, zu dem er gehört, unterbringen kann.
Der Friedhof spricht zugleich für ein hohes Alter der Kirche, 39 den ohne eine solche kann man sich einen spätmittelalterlichen Dorffriedhof überhaupt nicht denken.
Das Innere der Kirche wird anfangs wohl schön ausgestatten gewesen sein,40 aber in der kalvinischen Zeit dürfte man so manchen Einrichtungsgegenstand beseitigt haben.41
Jedenfalls wurde erst bei der Gegenreformation die jetzige, für eine kurfürstliche Kirche geradezu ärmliche Einrichtung aufgestellt.
Auch die Kirche war schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts sehr baufällig.
Nach einem Kostenüberschlag vom 6. Dezember 1729, 42 war es nötig geworden, den verfaulten Dachstuhl abzutragen, mithin die auf der Kirche stehenden Wohnräume (s. o. im 3 Abschnitt) abzureißen und einen neuen Dachstuhl aufzusetzen, und empfahl es ich, die Kirchenfenster und die Kirchentüre auszubrechen und zu erhöhen!
1736 konnte kein Priester in der Kirche mehr eine hl. Messe lesen ohne Gefahr zu laufen, dass ein halbverfaultes Brett auf ihn herabfällt, wie auch damals von dem Payer (Abort der Dachwohnungen) der Unflat durch die Mauer zunächst den Altar schlug.43
Offenbar hat man auch um 1740 herum den Umbau der Kirche nach dem besagtem Überschlag vollzogen,44 wobei jedenfalls die Wohnräume im Dachboden verschwanden und die zu ihnen vom Schlößl her führende Tür (s. oben im 3 Abschnitt) zugemauert wurde. Die Baulast an der Kirche oblag seit unvordenklicher Zeit dem Staate.45
Gottesdienst wurde in ihr noch im 18. Jahrhundert an der Kirchweih, am Patroziniumstag (Johanni) und auch sonst öfters an gewissen Sonn- und Feiertagen des Jahres durch Klostergeistliche von Ensdorf gehalten, den selbstverständlich nicht nur die Forstleute sondern auch die sich den weiten Gang in die Pfarrkirche nach Ensdorf sparen konnten. 46
Jetzt findet nur mehr ein mal im Jahr und zwar am 24. Juni als dem Feste des Kirchenpatrons in Hirschwald Gottesdienst statt, womit zugleich die Kirchweihfeier verbunden wird.


5. Erste Ortsbesichtigung von Hirschwald

Vom ehemaligen Befestigungsring ist nur wenig mehr geblieben.
Der Schlossgraben begann, wie jetzige Einwohner von Hirschwald noch gesehen haben, von dem (neuzeitlichen) Backofen beim Nordosteck des Friedhofes und lief von da gegen West in geringer Entfernung nördlich von der Kirche und am Schlößl vorbei. Ging dann nach Süden umbiegend hinter den jetzigen Häusern Nr. 9 und Nr. 8 herum und machte dann beim Südosteck des Hauses Nr. 7 eine Knie gegen Osten. 47
Insoweit ist sein Lauf außer Zweifel, zumal da er hier im Katasterblatt (siehe Anlage VIII) leicht zu verfolgen und teilweise z.B. unter den Häusern Nr. 8 und 9 sowie gegen das Haus Nr. 7 zu noch erhalten ist.
Auch die Ringmauer besteht jetzt noch zum Teil als Rückwand der Häuser Nr. 8 und 9, sowie der hinter dem Schlößl und der Kirche stehenden Schupfen d. h. diese Gebäude sind an die ehemalige Ringmauer angelehnt. Unzweifelhaft setzte sich der Schlossgraben vom Südwesteck des Hauses Nr. 7 außen an dessen südlicher Umfassungsmauer entlang bis zum Südosteck des Hauses fort, sodaß diese Mauer die ehemalige Ringmauer sein muß.
Vom Südosteck des Hauses Nr. 7 ging der Schloßbering, anscheinend wieder ein Knie gegen Norden machend zum Südwesteck des Friedhofes hin, sodaß der dortige tiefe Brunnen, der einzige im ganzen Dorf Hirschwald, gerade noch innerhalb des Beringes blieb; man sieht aber auf dieser jetzt einer freien Platz bildenden Strecke nichts mehr von Mauer und Graben, obwohl da jedenfalls das Schlosstor gewesen ist.
Vom Brunnen aus lief der Befestigungsring offenbar mit der heute noch stehenden Friedhofsmauer "also wie diese ein Eck gegen Südosten machen" zu seinem Beginn beim Backofen zurück d.h. man hat beim Bau des Schlößl's einfach die Friedhofsmauer als Ringmauer für diese benützt.
Folgerichtig muß seinerzeit auch der Schlossgraben um die Friedhofsmauer gelaufen sein, welche Strecke schon längst aufgefüllt ist und jetzt als Ortsgasse dient.
Der von diesem Bering umschlossene innere Schlosshof 48 ist in dem Lageplan Anlage VIII mit Rotstift kenntlich gemacht.


6. Ursprüngliche Nebengebäude beim Schlößl

Selbstverständlich gab es außer dem Schlößl und der Kirche schon von Anfang an im Schloßhof etliche Nebengebäude, wohl alle nur aus Holz. Eines davon war die "Roßstallung"49 oder die "Reitstallung" (jetzt Haus Nr. 7) mit dem sogenannten "Reitstübl" an ihrem Ostende, das vermutlich zugleich als Torwartstube 50 diente.
Ein anderes Nebengebäude war das "Paffenhäusl" bestehend aus einer Stube und einer Kammer51 das an Stelle des jetzigen Hauses Nr. 8 (oder 9) zu suchen sein wird. Außerdem muß auf dieser Seite noch eine zweite, große Küche52 im Schlößl für das kurfürstliche Gefolge nicht ausgereicht hätte. Auch mag es dort ein geordnetes Häusl für's Gesinde gegeben haben.


7. Weitere Entwicklung der Ortschaft Hirschwald und ihrer Befestigung

Schon bald nach der Gründung von Hirschwald mußte sich das Bedürfnis nach einem eigenem landwirtschaftlichen Betrieb und nach weiteren Nebengebäuden einstellen und so entstanden vor dem Schloßberin draußen zwei Meierhöfe, die vom Kurfürsten verpachtet wurden und deshalb Bestands- oder Fürstenhöfe53 hießen. Jedenfalls gab es schon 1569 in Hirschwald zwei Bestandsbauern (Jörg Widmann und Michael Müllner, einen Hüter (Stefan Kopf), einen Schäfer (Michael M.) und drei Inwohner d.h. wohl Tagelöhner (Chrisof Großer, Thomas Plun und Hans Platzer). 54
Außerdem war 1569 in Hirschwald auch schon ein Förster (Mathes Wetzstein) 55 der eine Dienstwohnung haben mußte. Diese d.h. das damalige Forsthaus scheint an der Stelle des heutigen Wirtsstadels gewesen zu sein, da dieser zum Teil unterkellert ist und dieser Keller zum anstoßenden jetzigen Forsthaus (Nr. 2) gehört, von dem aus er nur betreten werden kann.56
Wohl schon damals waren die Hirschwalder Felder und Gärten in drei Teile abgeteilt, von denen einen der Förster (wie spater der Forstmeister) gebrauchte und die zwei anderen die beiden Bestandsbauern in Pacht hatten.57
Ferner waren noch eine Wagenschupfe für den kurfürstlichen Gebrauch (jetzt Haus Nr. 5 ?) und ein Zeugstadel (jetzt Haus Nr. 1) darin zu Jagenszeiten die Zeugwagen (mit den von Amberg hergebrachten Jagdnetzen ?) gestellt wurden,58 vorhanden.
Diese zum Schlößl gekommene Nebengebäude sind nebeneinander hufeisenförmig mit Beginn am Ostgiebel der Reitstallung (Haus Nr. 7) hingestellt 59 und umschlossen so fast ganz den äußeren Schloßhof, 60 der sich im Westen an den inneren Schloßhof anlehnte aber gegen Norden von ihn erheblich vorsprang; nur der Zeugstadel befand sich außerhalb davon.
Da die äußeren Umfassungsmauern der neuen Nebengebäude an sich schon das Eindringen in den Hof verhinderten, so brauchten nur zwei Tore für die durchgehende Landstraße und auf der offenen gebliebenen Seite eine Umfriedungsmauer gebaut zu werden, um eine nach außen hin abschließbare Ortschaft zu erhalten.
Und so geschah es; es wurde sowohl für den Eingang von Amberg her als auch für den Ausgang gegen Ensdorf zu je ein steinernes Tor und zwischen ersteren und vom Nordosteck des alten Schloßberings beim Backofen eine Hofmauer errichtet.61
Das Ensdorfer oder untere Tor62 steht mit dem auf und neben ihm erbauten Haus Nr. 4 jetzt noch (s. Anlage VI , VII und VIII), aber das Amberger oder obere Tor ist bis auf seine noch ein wenig sichtbaren Grundmauern (vgl. Anlage VII) schon längst verschwunden.
Ebenso hat man die Hofmauer zwischen dem Amberger Tor und dem Backofen in neuerer Zeit beseitigt; sie wurden aber von jetzt lebenden Hirschwaldern noch gesehen, selbstverständlich ist nach der Schlosserweiterung das alte (innere) Schloßtor mit der anstossenden Strecke der Ringmauer und insoweit auch der Graben verschwunden, als überflüssig und dem Verkehr hinderlich.


8. Das Forsthaus in Hirschwald

Aus dem Hirschwalder Förster muß noch im Laufe des 16. Jahrhunderts ein Forstmeister geworden sein, weil es schon 1605 eine Forstmeisterwitwe namens Gruber zu Hirschwald gab.63 Dieser Forstmeister wollte sich jedenfalls mit der bisherigen Försterwohnung (s.o. im 7 Abschnitt) nicht begnügen und bekam deshalb neben sie am Nordosteck der erweiterten Ortschaft aber schon außerhalb von ihr eine größere und bessere Dienstwohnung, d.i. das jetzige Forsthaus (Nr. 2) hingebaut 64 (siehe Anlage VII und VIII).
Dazu kam für ihn noch ein Pferdestall (jetzt Haus Nr. 3) den man anscheinend vom benachbarten Bestandshof (Haus Nr. 4) abtrennte.
Damit man aber "wie noch heute" vom äußeren Schlosshof aus auf kürzestem Wege zum Forsthaus oder richtiger gesagt in dessen Hof sowie umgekehrt gelangen konnte, wurde damals eine Türöffnung in die östliche Umfriedungsmauer gebrochen (siehe Anlage VII). Der in der Anlage VII wiedergegebene Lageplan von 1737 gibt uns ein deutliches Bild von der damaligen baulichen Einrichtung der Ortschaft Hirschwald 65 und von dem Besitzstand, wie er einige Zeit vorher zu verzeichnen war66 vergleichen wir mit ihm den Lageplan der Jetztzeit ( Anlage VIII), so sehen wir, daß sich inzwischen nicht viel verändert hat (s. am Ende).


9. Verschleuderung von Staatsgut in Hirschwald

Fast alle Nebengebäude des Schlößls waren 1637 schon baufällig; 67 auch werden die auf ihnen hausenden zwei Bestandsbauern wegen des Wildschadens wohl nur wenig Pachtzins gezahlt haben.
Um nun die Kosten des nicht mehr zu verschiebenden Umbaus zu ersparen, verkaufte der Staat 1673 den damaligen Forstmeister von Hirschwald Hans Adam Danhauser,68 einen unternehmenden Mann, gegen einen geringen Kaufschilling die beiden Bestandshöfe mit allen Zugehörigen d.i. die jetzigen Anwesen Nr. 1, 4, 5 und 6, sodaß dieser nunmehr den ganzen Feldbau besaß und dem Staate nur mehr das Schlößl, die Kirche, das Forsthaus mit dem dazugehörigen Pferdestall, die Reitstallung (Haus Nr. 7) und zwei Schlossgärten, nämlich der "Schöngarten" (Plan Nr. 509) und der "Kittengarten" (Plan Nr. 521 f.f.) verblieben, wie der lageplan von 1737 (Anlage VII) aufzeigt. 1737 kaufte der damalige Forstmeister zu Hirschwald Karl Huber, der die zwei ehemaligen Bestandshöfe von seinem Vorgänger hatte, auch noch die Reitstallung (Nr. 7) sowie den Schön- und Kittengarten dazu, natürlich auch nur einen Schleuderpreis.69
Demselben gelang es ferner 1737, wie schon oben im 3. Abschnitt gesagt ist, vom Staate das baufällige Schlößl nebst Keller unter der Kirche zu erwerben.
Schließlich muß er oder sein Nachfolger sogar den Pferdestall (jetzt Haus Nr. 3) angekauft haben, denn am Ende des 18. Jahrhunderts war nur mehr die Kirche (ohne Keller) und das Forsthaus Staatsbesitz, während aller übriger Haus- und Grundbesitz von Hirschwald mit Ausnahme von ein paar Gütlerwesen (siehe Abschnitt 10), die wohl er oder sein Nachfolger inzwischen durch Lostrennung vom Ganzen geschaffen hatte, dem Forstmeister gehörte, 70 dem die Bauern der benachbarten Dörfer Scharwerksdienst leisten mußten.


10.
Zerfall des großen Gutes Hirschwald im Jahre 1816 und nachheriger Entwicklung des Dorfes

Die Gebäude und Gründe von Hirschwald waren, abgesehen vom Forsthaus und der Kirche, bis 1848 nicht freies Eigentum sondern zum Rentamt Amberg giltbar und dahin auch erbrechtsweise grundbar d.h. es musste für jede Veränderung in der Person des Besitzers der 20. Gulden (also 5%) des Wertes als Handlohn gezahlt werden. 71
Nichtsdestoweniger war wohl der jeweilige Gutsherr von Hirschwald wegen seines auf zwei ganzen Höfe veranschlagten Besitzes ein angesehener und viel beneideter Mann, dem zum Landsassen bloß der kurfürstliche Freiheitsbrief fehlte.72
Diese Herrlichkeit fand aber ihr Ende, als bei der bayerischen Forstorganisation von 1803 das Forstministeramt Hirschwald aufgehoben wurde und dort fortan nur mehr ein Revierförster seinen Sitz hatte.
Zwar konnte der damalige Forstmeister Franz Josef von Huber, vermutlich der geadelte Enkel seines Amtsvorgängers Karl Huber (siehe Abschnitt 9) noch einige Jahre in Hirschwald bleiben; aber 1807 mußte er seinen neuen Dienst in Vilseck antreten und so Hirschwald dauernd verlassen.
Da er unter diesen Umständen an den Verkauf seines Hirschwalder Besitzes denken musste und offenbar dafür kein befriedigendes Angebot im Ganzen erhielt, so zertrümmerte er 1816 das Gut wobei er zusammen einen Kaufschilling von etwas über 12000 fl. erzielte. 73
Das Schlößl (Haus Nr. 10) wurde damals in vier teile zersplittert; außerdem gab es seither im Dorfe die Wohngebäude Nr. 1 bis 7 und 9, sowie außerhalb dasselben Nr. 11 (Abdecker) und Nr. 12 (Talbauer).
In der Folge entstanden durch Umbau von Nebengebäuden der ehemaligen Bestandshöfe bis 1840 zwei weitere Häuser (Nr. 3 und 8).
Im großen Ganzen aber ist Hirschwald sich seit hundert Jahren ziemlich gleich geblieben, nur das obere (Amberger) Tor und die wenigen Strohdächer, die damals noch vorhanden waren, sind verschwunden.

Anmerkungen:
(St. A. A. ist die Abkürzung für Staatsarchiv Amberg.)

1 .

Offenbar hieß der Gründer der Ortschaft "Gump". Übrigens scheint auch Gumpenhof schon einen Vorläufer gehabt zu haben, da im Ensdorfer Salbuch von 1546 (St. A. A. Standbuch Nr. 672) vom Zehent um das Dorf Gumpenhof genannt "Pernhof" die Rede ist.

2 .

Codex traditionum monasterii Ensdorf (Freyberg II Nr. 66 und 85)

3 .

Die damaligen Gumpenhofer scheinen ihren Sitz zu Gumpenhof schon sehr frühzeitig aufgegeben zu haben; 1457 wurde ein Hans Gumpenhofer Bürger zu Amberg (Bürgerbuch I, Blatt 11 rechts).

4 .

Monumenta Boica XXIV Seite 108

5 .

Daselbst Seite 167

6 .

Ebenda Seite 224; "Satzung" bedeutet wohl soviel wie Pfand, Hypothek

7 .

St. A. A. Standbuch Nr. 672

8 .

In einem im Pfarrbuch zu Ensdorf abschriftlich aufliegendem Salbuch des Klosters daselbst sind die Höfe von Gumpenhof mit ihren Abgaben bis 1531 vorgetragen, mit den Bemerken: "In diesem (Dorf) hat das Kloster mehr Güter mit Zinsen ... die sein geödigt durch die Behegung (Hegung) des Wildprets."

9 .

Der Besitzer dieses Stadels scheint nicht Schmid geheißen zu haben, sondern der Dorfschmied gewesen zu sein. Durch Gumpenhof gingen nämlich seinerzeit die von Ensdorf herkommende und über Garsdorf, Ursensollen und Poppberg weiter gehende Landstraße und die Eisenstraße von Amberg nach Schmidmühlen, die sich in Gumpenhof kreuzten.

10 .

Vielleicht war dieser "Gumpenhofer" einer vom Adelsgeschlecht der Gumpenhofer.

11 .

Soll offenbar "Reichenhof" heißen; denn nach einem im Ensdorfer Pfarrhof befindlichen Urkundenbuch (des dortigen Klosters) hat der Bürger Phillip Reich von Amberg 1407 dem Kloster Ensdorf sein Gut in Gumpenhof verkauft.

12 .

Dieser Hof ist der Beschreibung zehentpflichtiger Gründe von Gumpenhof bloß als Ausgangspunkt zu Grund gelegt im Ensdorfer Salbuch von 1546 (s. Anm. 1). Das Kloster Ensdorf hatte nämlich den Zehent um Gumpenhof ganz oder wenigstens zum Teil.

13 .

Ensdorfer Jubiläumsschrift von 1921 Seite 9

14 .

Nach dem Salbuch des Kastenamtes Amberg von 1715 (Auszug daraus im Akt "Landgericht Amberg" F. 252 Nr. 6126 des St. A. A.) hätte Gumpenhof nur 3 Höfe und 7 Güter umfaßt; das ist aber angesichts der Vorträge im Ensdorfer Salbuch von 1546 zuwenig.

15 .

In einem Bericht vom 23. August 1768 (St. A. A. "Amt Rieden" Nr. 689) bezeichnet der Pfleger von Rieden Hirschwald als die "Hauptwildfuhr der oberen Pfalz".

16 .

Wahrscheinlich ließen sich die abgezogenen Gumpenhofer Bauern in benachbarten Dörfern nieder. So besaß laut dem Ensdorfer Salbuch von 1546 einige Zeit vorher Jörg Gumpenhofer einen Hof zu Wolfsbach.

17 .

Ried (handschriftliche ?) Chronik von Hohenburg (Auszug im St. A. A. als Manuskript "Moritziana" Nr. 12b) und "Kunstdenkmäler des Bezirksamtes Amberg" Seite 93

18 .

"Kunstdenkmäler des Bezirksamtes Amberg" Seite 93

19 .

Rezeß des kurfürstlichen Küchenschreibers vom Mittwoch nach Jakobi 1538 (St. A. A. oberpfälz. Administrativakt Nr. 9638).

20 .

Häußer "Geschichte der rheinischen Pfalz" I 584 f.

21 .

Nach einem bericht des Pflegers vom 30. März 1737 (St. A. A. "Amt Rieden" Nr. 537) war das untere Stockwerk des Schlößls "wie jetzt noch" durchaus gewölbt und stand der obere Stock auf Riegelwänden.

22 .

Dieser nur von einem Baumeister gezeichnete und daher und nicht naturgetreue "Abriß" befindet sich als Beilage zu einem pflegeamtlichen Bericht vom 30. September 1737 im Hofkammerakt Nr. 3432 des St. A. A.

23 .

Von diesen zwei Abbildungen (Anlage II) ist die eine auf einer aus der Zeit um 1600 stammenden Karte des Hauptstaatsarchivs München Nr. 3191 aber insofern unrichtig, als damals das Schlößl ein zweites Obergeschoß gehabt hätte, und die andere auf einer ungefähr gleichzeitigen Karte dieses Archivs Nr. 979 zeigt ein Haus mit Stufengiebeln, ist also überhaupt nur ein Trugbild.

24 .

Nach einem Überschlag des Maurermeisters Wolf aus Amberg vom 6. Dezember 1729 (St. A. A. "Amt Rieden" Nr. 689) standen damals noch "auf der Kirchen Zimmerl von Riegelwand".

25 .

St. A. A. Standbuch Nr. 305

26 .

Nach der "Spezifikation der kurfürstlichen Häuser" vom 6. November 1628 (St. A. A. "Amberg Stadt" F. 83 Nr. 2) ist das Jagdhaus Hirschwald so accomodirt gewesen, daß sich nur zur Not eine kurfürstliche Person doch mit geringem Comitat hat behelfen können.

27 .

Häutle "Genialogie der Wittelsbacher" Seite 57, offenbar wurde die Prinzessin bei einem von Amberg aus nach Hirschwald unternommenen Jagdausflug von ihrer Niederkunft überrascht.

28 .

Tagebuch Friedrichs III über seine Reise in die Oberpfalz (Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 1880 Seite 201 f.

29 .

Die "Spezifikation der kurf. Häuser" von 1628 (siehe Anm. 26) sagt vom Hirschwalder Jagdhaus: "ist bei den Kriegszeiten und da die fürstlichen Gemächer leerstehen etwas in "Abgang kommen und baufällig worden".

30 .

Eingabe des Forstmeisters Huber vom 12. März 1755 im Akt "Amt Rieden" Nr. 537 des St. A. A.

31 .

Hofkammer = Entschließung vom 19. Juni 1737 im Akt "Amt Rieden" des St. A. A.

32 .

Der Plan zum Umbau des Schlößls bestehend aus je einem Grundriß für den unteren und den oberen Stock ist dem Bericht des Pflegers vom 30. März 1737 (siehe Anm. 21) beigelegt; er wurde aber insofern nicht ausgeführt, als der beabsichtigte Anbau nach hinten unterblieb, und ist auch falsch gezeichnet, da nach ihm schon der alte Bau den Grundriß eines länglichen Rechteckes und nicht wie wirklich den eines Quadrates gehabt hätte.

33 .

Erwähnt in einem anderen Bericht, des Pflegers vom 23. August 1768 im Akt "Amt Rieden" Nr. 689 des St. A. A.

34 .

Wegen dieser Quelle siehe Anm. 17

35 .

Auch im Salbuch des Hofkastenamts Amberg von 1715 (siehe Anm. 14) steht, daß in Gumpenhof eine "Pfarrkirche" gewesen ist.

36 .

Der Keller unter der Kirche wurde 1737 mit dem Schlößl als Zugehör zu diesem veräußert und ist dies seither geblieben.

37 .

Im Hirschwalder Friedhof steht jetzt noch der Grabstein für einen 1818 daselbst verstorbenen Revierförster; nach der Matrikel der Diözese Regensburg wäre dieser Friedhof sogar noch bis 1840 für das Forstpersonal benutzt worden.

38 .

In einem Rentkammerbericht vom 12. April 1723 ("Amt Rieden" Nr. 537 des St. A. A.) ist ganz allgemein vom Gottesacker für die zu Hirschwald verstorbenen Inwohner die Rede.

39 .

Nach der Matrikel der Diözese Regensburg wird die Hirschwalder Kirche zwar erstmals erst 1456 erwähnt; das schließt aber ein bedeutend höheres Alter von ihr nicht aus.

40 .

Die "Spezifikation der kurfürstl. Häuser" von 1628 (siehe Anm. 26) spricht von einer "feinen Kapelle".

41 .

Das "Inventarium" von 1578 (siehe Anm. 25) führt in der Kirche bloß 1 pult vor dem Altar auf.

42 .

Im Akt "Amt Rieden" Nr. 689 des St. A. A.

43 .

Bericht des Forstmeisters vom 14. Mai 1736 im selben Akt.

44 .

Nach einem Bericht des Forstmeisters vom 9. April 1744 (ebenda) wurde das Gotteshaus zu Hirschwald kurz vorher ganz neu erbaut.

45 .

Bericht des Pflegers vom 11. April 1767 im Akt "Amt Rieden" Nr. 128 und Allerhöchste Entschließung vom 13. Januar 1769 im Akt "Amt Rieden" Nr. 689, beides im St. A. A.

46 .

Bericht des Pflegers vom 23. August 1767 im Akt "Amt Rieden" Nr. 689 des St. A. A.

47 .

Die Richtung des Schlossgrabens auf die "Reitstallung" (jetzt Haus Nr. 7) zu ist in einem Vermarktungsprotokoll vom 28. Januar 1733 (St. A. A "Amt Rieden" Nr. 597) bezeugt.

48 .

Nach einem Baumängel  Überschlag vom 14. Mai 1605 (St. A. A. "Amt Rieden" Nr. 383) war die Roßstallung im "innersten Schloßhof".

49 .

Inventarium von 1578 (siehe Anm. 25) Baumängel-Überschlag von 1605 (siehe vorherige Anm.) und Bericht des Forstmeisters vom 20. März 1716 (St. A. A. "Amt Rieden" Nr. 383).

50 .

Baumängel-Überschlag von 1605 (siehe Anm. 48)

51 .

Inventarium von 1578 (siehe Anm. 25), wonach damals in der Kammer 2 Betten "davon eines offenbar für die Frau des Hofpastors in evangelischen Zeiten" waren.

52 .

In den Inventarium von 1578 (siehe Anm. 25) ist außer der Küche im Schlößl selbst "und zwar im gleichen Absatz wie der Roßstall" noch eine weitere Küche aufgeführt.

53 .

Türkensteuer = Register von 1569 (St. A. A. Zugang 44 Nr. 1381), Baumängel-Überschlag von 1605 (siehe Anm. 48) und Rentkammerbericht vom 4. Juni 1755 (St. A. A. "Amt Rieden" Nr. 537)

54 .

Türkensteuer = Register von 1569 (s. w. Anm.).

55 .

ebenda

56 .

Offenbar diente das alte Forsthaus nach Erbauung des jetzigen Forsthauses als Heustadel für den Forstmeister (vgl. dazu den Bericht des Forstmeisters vom 5. September 1725 im Akt "Amt Rieden" Nr. 383 des St. A. A.).

57 .

Spezifikation der kurfürstlichen Häuser von 1628 (siehe Anm. 26)

58 .

Bericht des Hofkastners vom 16. April1605 (St. A. A. "Amt Rieden" Nr. 383) und Bericht des Forstmeisters vom 5. September 1725 (ebenda).

59 .

Die Entwicklungsgeschichte von Hirschwald erklärt uns die Staffelung der Nordfront der Häuser Nr. 7 und 6 daselbst, offenbar wurde Nr. 6, das ja auf dem eingefülltem Schlossgraben steht, später als Nr. 7 erbaut.

60 .

Der "äußere Schloßhof" ist schon im Baumängel-Überschlag von 1605 (siehe Anm. 48) erwähnt.

61 .

Ein Graben scheint vor dem äußeren Schloßbering nie gewesen zu sein; immerhin gewährte dieser auch so genügend Sicherheit in Friedenszeiten.

62 .

Im Lageplan von 1738 (siehe Anlage VII) ist des Ensdorfer Tor wohl nur aus Versehen als "oberes Tor" bezeichnet; es heißt nämlich in Wirklichkeit "unteres Tor" und liegt auch tiefer als das andere d. i. das Amberger Tor.

63 .

Bericht des Hofkastners vom 5. Dezember 1605 (St. A. A. "Amt Rieden" Nr. 383)

64 .

Nach einem Regierungsbericht vom 21. April 1672 (St. A. A. Hofkammerakt Nr. 2259) war das "Forsthaus" schon damals so baufällig, dass es der Forstmeister bis zu seiner Wiederherstellung nicht bewohnen konnte, weshalb es damals mindestens hundert Jahre alt war, die "Forstmeisteramtswohnung" ist übrigen schon im "Baumängel-Überschlag" von 1605 (siehe Anm. 48) aufgeführt.

65 .

Dieser Lageplan von 1737 soll bloß eine Übersicht bieten und entbehrt daher geometrischer Genauigkeit. Es ist auch insofern unrichtig, als darin Schlößl, Kirche und Friedhof als ein zusammenhängender Bau und das Forsthaus doppelt so lang und halb so breit als in Wirklichkeit erscheinen. Die jetzigen Häuser Nr. 1, 8 und 9 (siehe Anlage VIII) bestanden damals wohl noch nicht als solche.

66 .

Der Besitzstand, wie er im Lageplan von 1737 dargestellt ist, entspricht tatsächlich nicht dem von 1737 sondern dem vor 1733, weil darin die schon 1733 veräußerten Stücke "Reitstallung" und "Schöngarten" (Plan. Nr. 509) noch als Staatsgut bezeichnet sind (vgl. Abschnitt 9). Das geht auch schon aus der Bemerkung im Plan "was Herrn Haller verkauft worden" hervor, womit nur ein Besitzgänger des damaligen Forstmeisters Huber gemeint sein kann. Letzterer kommt schon 1715 in den Akten ("Amt Rieden" Nr. 383 St. A. A.) vor.

67 .

St. A. A. Hofkammerakt Nr. 2259

68 .

Der Forstmeister Georg Adam Danhauser war wohl ein Sohn seines Amtsvorgängers Raimund Danhauser, der bei der Gegenreformation zum katholischen Glauben übergetreten und deshalb 1626 an Stelle seines religiöser Unduldsamkeit vertriebenen Vorgängers nach Hirschwald gekommen war; er hinterließ der dortigen Kirche ein ansehnliches Vermächtnis, weshalb er laut Grabstein auch darin begraben liegt.

69 .

Quittung des Hofkastners über den Kaufschilling vom 20. April 1733 (St. A. A. "Amt Rieden" Nr. 537)

70 .

Der Besitzstand zu Hirschwald um 1800 ist aus dem Grundsteuerkataster von Garsdorf von 1812 und aus den Fassionen dazu (St. A. A. "Rentamt Amberg" Nr. 89 und 91) zu ersehen, da sich in der Zwischenzeit nichts geändert hatte.

Darnach gehörte damals dem Forstmeister v. Huber an bewohnbaren Gebäuden: die zwei Schreyerhöfe (ehemalige Bestandshöfe und jetzt Nr. 4 und 6) das Hirthaus (jetzt Nr. 5), die ehemalige Reitstallung (jetzt Nr. 7), die damals schon längst als Wohnhaus hergerichtet war, und das Schlößl (Nr. 10) während im Dorf das jetzige Haus Nr. 9 (1/32 Höfl) und außerhalb das selben das Abdeckerhaus (Nr. 11) und der Talbauernhof (Nr. 12) unten im Salleröder Tal andere Besitzer hatten. (Nr. 2 ist das Forsthaus und Nr. 13 die Kirche; Nr. 1, 3 und 8 bestanden um 1800 nur als Nebengebäude der Bestandshöfe).

Nach 1812 mußte der Abdecker bei sich im "Zwinger" 4 Leit- und 2 Jagdhunde für den Forstmeister als seinen Gutsherrn halten. Auf dem Hause. Nr. 6 (ehemaliger unterer Bestandshof) ruhte die reale Bierschenk-Gerechtigkeit; es ist noch heute das Tafernwirtshaus von Hirschwald.

71 .

1848 wurden kraft Gesetzes alle Grundlasten gegen mäßige Bodenzinse abgelöst, womit die Handlöhnigkeit der Grundholden aufhörte und diese volles Eigentum an ihrem Besitz erwarben.

72 .

Schon 1691 bat Johann Sigmund Ostermayer auf Reinbach, ein Besitzvorgänger des Forstmeisters Karl Huber, ihm das Schlößl zu Hirschwald zu überlassen, darauf die Landsassenfreiheit zu legen und seinen daselbstigen Hof inkorporieren zu lassen. (St. A. A. Hofkammerakt Nr. 364) er fand aber damit bei Kurfürsten kein Gehör.

73 .

Umschreibbuch zum Urkataster von Garsdorf von 1812 (St. A. A. "Rentamt Amberg" Nr. 90)



Anlagen:

Anlage I:

anlage_i


Anlage II :

anlage_ii



Anlage III :

anlage_iii



Anlage IV :

anlage_iv


Anlage V :

anlage_v


Anlage VI :

anlage_vi


Anlage VII :

anlage_vii


Anlage VIII :

anlage_viii

 

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