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Sonntag, den 19. Juni 2016 um 13:02 Uhr

Quelle: Mittelbayerische Zeitung: 26.02.2016

Altes Torhaus zu neuem Leben erwecken

Nach denkmalpflegerischen Aspekten sanieren Willi Schmid und Birgit Rieger das geschichtsträchtige Gebäude in Hirschwald.
Von Hans Babl

Das Torhaus und der Steinstadel in Hirschwald (vom Osten gesehen) haben eine neue Zukunft. Foto: Babl

 

Ensdorf. Das historische Torhaus des „Ensdorfer Tores“ und der anschließende Steinstadel in Hirschwald, dem kleinen Ort mit gleichem Namen wie der Naturpark, haben seit 2013 neue Besitzer. Während manche schon der Meinung waren „Lasst es einfallen oder schiebt es weg“, erweckt nun das Architektenehepaar Willi Schmid und Birgit Rieger das denkmalgeschützte Anwesen, Hausnummer 4, zu neuem Leben.

Das Torhaus mit dem Ensdorfer Tor ist, mit Ausnahme der Jagdkapelle, das letzte Zeugnis der historischen Hofanlage aus dem 16. Jahrhundert. „Es soll einer adäquaten Nutzung zugeführt werden. Im Erdgeschoss ist eine kleine gastronomische Einrichtung vorgesehen“, plant das Architektenpaar. „Eine so genannte Huzastube mit rund 20 Plätzen, wo gemeinschaftliches Zusammenkommen der Dorfbevölkerung möglich ist. Dadurch könnte die vormalige Hirschwalder Tradition wieder aufleben.“ Außerdem könne sie den Besuchern des Naturparks und den Gästen eine gemütliche Einkehr bieten. Im Obergeschoss sollen drei Gästezimmer zur Verfügung stehen.

Ein früherer Durchgang wird wieder geöffnet. Foto: Babl

Der Steinstadel als Teil des historischen Ensembles ist für eine kulturelle Nutzung bestimmt. Für Kultur, die mit dem speziellen Ort Hirschwald zu tun hat. „Als geschichtsträchtiges Biotop ist er für unterschiedlichste Gruppen interessant“, so die Besitzer: für Historiker (die Wittelsbacher waren in der Oberen Pfalz), Denkmalpfleger und Architekten, aber auch für Jagdliebhaber (es gibt das Wildgehege und Jagdrevier Hirschwald) und Pferdefreunde (Pfalzgraf Friedrich II. ritt 1538 mit 128 Pferden zur ersten großen Hirschjagd nach Hirschwald). Und sogar für Sänger (Heimat von „Der Jäger aus Kurpfalz“) und Cineasten (Drehort des Rödl-Films „Grenzenlos“) habe das Gebäude Bedeutung, ist das Architektenpaar überzeugt.

 

aus der Geschichte

  • Das Dorf Gumpenhof

    An der Stelle der heutigen Ortschaft Hirschwald befand sich früher das Dorf „Gumpenhof“, das bereits im Jahr 1112 urkundlich erwähnt ist und wohl größer war als das heutige Hirschwald. 1454 überließ das Kloster Ensdorf dem Kurfürsten Friedrich I. den Nutzgenuss von einem „Gut die Satzung zum Gumpenhofe“.

  • Zeit von Pfalzgraf Friedrich

    1513 wird Pfalzgraf Friedrich II. Administrator der „herobenen Pfalz“ mit Regierungssitz Amberg. Als leidenschaftlicher Jäger machte er aus dem Hirschwald ein großes, landesherrliches Wildgehege und errichtete darin, in Gumpenhof, ein Jagdschlössl mit Nebengebäuden, einer neuen Vierseitanlage für die herrschaftlichen Jagdgesellschaften und einer Ringmauer. 1538 ritt der Pfalzgraf (ab 1544 Kurfürst Friedrich von der Pfalz) mit großem Gefolge auf 128 Pferden zur ersten großen Hirschjagd ein.

  • Zeit der Forstmeister

    1673 erwirbt Forstmeister H.A. Danhauser zwei Bestandshöfe mit dem Dazugehörigen, auch dem Anwesen Hausnummer 4. Sein Nachfolger K. Huber übernimmt 1737 den Besitz und ergänzt ihn u. a. mit dem Schlösschen samt „Schöngarten“ und „Kittengarten“. Dem Staat verblieben das Forsthaus und die Kirche, mit Ausnahme des Kellers.

  • Ende und Neubeginn

    F.J. von Huber war der letzte Forstmeister. Aus Frust, dass das Forstmeisteramt aufgelöst wurde, soll er 1816 seinen Besitz samt Anwesen Hausnummer 4 zertrümmert haben. Die Vierseitanlage wurde aufgeteilt. Ein Viertel ging an die „Torbogen-Reiser“. 2013 erwarb das Architektenehepaar Birgit Rieger und Willi Schmid das Anwesen Hausnummer 4 mit dem Ensdorfer Tor. (abl)

 

Inmitten des Naturparks gelegen, könne Hirschwald ein Fixpunkt für alle werden, die Naturerlebnisse mit Kunst und Kultur und der Geschichte der Oberpfalz verbinden wollen. Mit Ausstellungen und Veranstaltungen zum Kennenlernen des Ortes und für das lokale Bewusstsein, ist das Architektenpaar überzeugt. „Hirschwald 4 hat großes kulturelles Potenzial. Das soll geweckt werden.“

Anker werden zur Sicherung des Torbogens gesetzt. Foto: Babl

 

Seit November vergangenen Jahres erfolgt nun die denkmalpflegerische Sanierung des Torhauses Hirschwald und des anschließenden Steinstadels. In einem ersten Schritt erfolgte die statische Instandsetzung des bis dahin nur notgesicherten Anwesens: Zum Beispiel wurden die Fundamente unterfangen, am westlichen Torbogen erfolgten Maßnahmen und der Dachstuhl des Steinstadels wurde repariert. Nadelanker verhindern jetzt schon das Kippen des Torbogens.

Die Architektenfamilie: von links Tochter Nina, Vater Willi Schmid, Mutter Birgit Rieger, Tochter Leonora (nicht auf dem Foto ist Tochter Hanna). Foto: Babl

 

Das Architektenehepaar Birgit Rieger und Willi Schmid ist von Regensburg und Kümmersbruck aus tätig. Doch es handelt sich um eine echte „Architektenfamilie“, denn die drei Töchter Hanna, Leonora und Nina sind ebenfalls Architekten bzw. studieren Architektur.

Wie kam das Ehepaar dazu, das Anwesen Hirschwald 4 zu erwerben? „Als Haselmühler kennt man natürlich Hirschwald und das Torhaus. Sie sind Teil meiner Jugenderinnerung“, erzählt Willi Schmid. „Auch, weil der Rödl-Film „Grenzenlos“ dort gedreht wurde und man damals einen neuen Bezug zur Heimat bekam.“

Auf das Torhaus aufmerksam geworden ist das Architektenehepaar, wie es sagt, durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, das dafür einen Käufer suchte. Jahrelang. „Beruflich haben wir auch mit denkmalpflegerischen Aufgaben zu tun. Da wissen wir natürlich genau, auf was wir uns einlassen. Oder sagen wir mal lieber: fast genau“, so Schmid.

Auch im Inneren ist viel zu tun. Foto: Babl

 

Warum sie dieses Projekt in Angriff nehmen? „Für die gesamte Region ist es ein wichtiges geschichtliches Zeugnis. Und wenn es niemand anderes herrichtet – dann halt wir“, so Schmid. „Aber Hirschwald gibt auch viel. Es ist ohne Zweifel ein magischer Ort. Und seine Geschichte ist faszinierend“, schwärmt der Architekt.

Er erinnert zum Beispiel daran, dass der Name des Vorgängerdorfes Gumpenhof im Katalog der letztjährigen Landesausstellung „Ludwig der Bayer“ aufgetaucht ist. Alle Wittelsbacher, die die Obere Pfalz von Amberg aus über Jahrhunderte regierten, seien ja am liebsten auf der Jagd gewesen, weiß der Architekt.

Und auch auf die Frage, wann man im Torhaus Hirschwald „huzagehen“ könne, haben Willi Schmid und Birgit Rieger schon eine Antwort: „Wenn alles gut geht, Ende 2016.“

 
Ein Ort für Kultur und für Genüsse PDF Drucken E-Mail
  
Sonntag, den 19. Juni 2016 um 12:57 Uhr

Quelle: Mittelbayerische Zeitung: 16.06.2106

Ein Ort für Kultur und für Genüsse

Birgit Rieger und Willi Schmid beeindrucken mit dem Projekt, das Torhaus des früheren Jagdschlosses Hirschwald zu sanieren.

Die Architekten Ing. Birgit Rieger und Ing. Willi Schmid (Zweite und Dritter von links) erläuterten vor dem Torhaus des ehemaligen Jagdschlosses Bezirksrat Richard Gaßner (ganz links), MdL Reinhold Strobl. Kreisrat Michael Rischke und dem Riedener SPD-Ortsvorsitzenden Georg Söldner (ab Vierter von links) ihre denkmalpflegerischen und Nutzungspläne für das Hirschwalder Anwesen Nr. 4. Foto: azd

 

Ensdorf.Vor drei Jahren erwarben die Architekten Birgit Rieger und Willi Schmid das Anwesen Nr. 4, das Torhaus des ehemaligen Jagdschlosses des Pfalzgrafen Friedrich II., einen spätgotischen Bau, mit dem angrenzenden Steinstadel, im Ort Hirschwald. „Das Anwesen als historisches Ensemble wollen wir einer denkmalgerechten Nutzung zuführen und dabei sein kulturelles Potenzial wecken“, betonte Ingenieur Willi Schmid gegenüber dem Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl und Bezirksrat Richard Gaßner. Zu einem Informationsgespräch und Besichtigung waren beide gemeinsam mit Kreisrat Michael Rischke und Georg Söldner, dem Vorsitzenden des Riedener SPD-Ortsvereins, nach Hirschwald gekommen.

Ein geschichtsträchtiger Ort

Seit November 2014 laufen die Arbeiten an dem mit privaten Mitteln finanzierten Projekt Torhaus Hirschwald, erläuterte Schmid. Es werde vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, dem Bezirk Oberpfalz, der Bayerischen Landesstiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert.

Das historische Torhaus im Dorf Hirschwald mit dem Steinstadel (rechts neben dem Tor). Foto: Archiv Babl

 

Bei einer Führung durch das Anwesen erläuterten die Besitzer, dass der Steinstadel künftig für kulturelle Zwecke genutzt werden solle, „für Kultur, die mit dem speziellen Ort Hirschwald zu tun hat“. Als geschichtsträchtiger Ort sei es, so Schmid, für unterschiedliche Kunst- und Kulturinteressierte von Bedeutung. So etwa für Historiker, Denkmalpfleger und Architekten – „und natürlich auch für Jagdliebhaber“, verwiesen die beiden Architekten auf den Hirschwald als eines der traditionsreichsten Jagdgebiete Deutschlands.

Hutzastub’n und Gästezimmer

Den Verbund von Alt und Neu zeigten sie den SPD-Politikern an den renovierten Dachbalken im Stadel auf. Im Torhaus sei im Erdgeschoss eine kleine gastronomische Einrichtung, eine Hutzastub’n, mit etwa 20 Plätzen geplant. Sie könne Besuchern des Naturparks und den Gästen des Torhauses eine gemütliche Einkehr und die Gelegenheit bieten, Spezialitäten aus der Region zu genießen. Im Obergeschoss seien drei Gästezimmer vorgesehen. Inmitten des gleichnamigen Naturparks gelegen, „kann Hirschwald ein Fixpunkt werden für alle, die Naturerlebnisse mit Kunst. Kultur und der Geschichte der Oberpfalz verbinden wollen“, fassten die Architekten Birgit Rieger und Willi Schmid zusammen.

Lesen Sie hier mehr über die denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes!

Geschichtlicher Hintergrund

  • Gumpenhof

    An der Stelle, die jetzt der Ort Hirschwald (Gemeinde Ensdorf) einnimmt, befand sich bis vor 400 Jahren das Dorf Gumpenhof, dessen Name als Edelsitz bei Beurkundungen bereits in den Jahren 1143 und 1149 gebraucht wurde.

  • Die Kurfürsten

    1454 überließ das Kloster Ensdorf dem Kurfürsten Friedrich I. die Nutzung eines Gutes zu „Gumpenhofe“. Pfalzgraf Friedrich, der später als Kurfürst Friedrich II. (1482 bis 1556) hieß, war ein großer Jagdliebhaber und machte aus dem landesherrschaftlichen Hirschwald ein großes Wildgehege.

MdL Reinhold Strobl, Mitglied im Landesdenkmalrat Bayern und stellvertretendes Mitglied im Stiftungsrat der Landesstiftung Bayern, hob hervor: „Das Problem der Denkmalpflege sind nicht Schlösser wie Neuschwanstein, sondern die vielen Kleindenkmäler, die den Dörfern und Städten ihr unverwechselbares Gesicht und ihre Anmutung verleihen.“ Er verwies auf den Artikel 141 der Bayerischen Verfassung: „Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts haben die Aufgabe, die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und die Natur sowie die Landschaft zu schützen und zu pflegen.“

Bezirksrat Richard Gaßner fügte an: „Der Bezirk ist bei solchen Juwelen gerne dabei.“ Dies beziehe sich nicht nur auf den Erhalt, sondern auch auf die zukünftige Nutzung. (azd)

Aktualisiert ( Sonntag, den 19. Juni 2016 um 13:02 Uhr )
 
Hirschwalder Torhaus wird hergerichtet PDF Drucken E-Mail
  
Sonntag, den 19. Juni 2016 um 12:50 Uhr

Quelle: O-Netz vom 17.06.2016

 

Hirschwalder Torhaus wird hergerichtet

Neues Leben in alten Mauern

 

Im Dachgeschoss des alten Steinstadels erläuterte Architekt Ing. Willi Schmid (Zweiter von rechts) den Verbund von Alt und Neu am Beispiel der renovierten Dachbalken. Interessierte Zuhörer waren (von links) MdL Reinhold Strobl, Kreisrat Michael Rischke, Riedens SPD-Ortsvorsitzender Georg Söldner, Architektin Ing. Birgit Rieger und Bezirksrat Richard Gaßner. Bilder: sön (3)

Der Grundriss für das Erdgeschoss von Torhaus und Steinstadel nach der denkmalgerechten Sanierung.

Vor drei Jahren haben die Architekten Birgit Rieger und Willi Schmid das Torhaus des ehemaligen Jagdschlosses des Pfalzgrafen Friedrich II., einen spätgotischen Bau, und den angrenzenden Steinstadel in Hirschwald gekauft. Jetzt wollen sie den historischen Komplex aus dem Dornröschenschlaf wecken.

Hirschwald. "Das Anwesen als historisches Ensemble wollen wir einer denkmalgerechten Nutzung zuführen und dabei sein kulturelles Potenzial wecken", betonte Willi Schmid gegenüber Landtagsabgeordnetem Reinhold Strobl und Bezirksrat Richard Gaßner. Zu einem Informationsgespräch und zur Besichtigung waren beide mit Kreisrat Michael Rischke und Georg Söldner, dem Vorsitzenden des Riedener SPD-Ortsvereins, nach Hirschwald gekommen.

Offen für die Kultur

Seit November 2014 liefen die Arbeiten am mit privaten Mitteln finanzierten Projekt Torhaus Hirschwald, erläuterte Schmid. Es werde vom Bayerischen Landesamt für Denkmalspflege, vom Bezirk Oberpfalz, der Bayerischen Landesstiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. Bei einer Führung erläuterten die Besitzer, dass der Steinstadel künftig für kulturelle Zwecke genutzt werden soll - "für Kultur, die mit dem speziellen Ort Hirschwald zu tun hat".

Auch für Jagdliebhaber

Als geschichtsträchtiges Biotop sei das Anwesen für unterschiedliche Kunst- und Kulturinteressierte von Bedeutung, meinte Schmid. So etwa für Historiker, Denkmalpfleger und Architekten - "und natürlich auch für Jagdliebhaber". Damit verwiesen die beiden Architekten auf den Hirschwald als eines der traditionsreichsten Jagdgebiete Deutschlands.

Verbund von Alt und Neu

Den Verbund von Alt und Neu erläuterten sie den Politikern an den renovierten Dachbalken im Stadel. Im Torhaus sei im Erdgeschoss eine kleine gastronomische Einrichtung, eine Hutzastubn, mit etwa 20 Plätzen geplant, kündigte Schmid an. Sie könne Besuchern des Naturparks und des Torhauses (im Obergeschoss sind drei Gästezimmer vorgesehen) eine gemütliche Einkehr bieten - und die Gelegenheit, Spezialitäten aus der Region zu genießen.

Inmitten des gleichnamigen Naturparks gelegen, "kann Hirschwald ein Fixpunkt werden für alle, die Naturerlebnisse mit Kunst. Kultur und der Geschichte der Oberpfalz verbinden wollen", davon sind Birgit Rieger und Willi Schmid überzeugt. MdL Reinhold Strobl, Mitglied im Landesdenkmalrat und stellvertretendes Mitglied im Rat der Landesstiftung Bayern, sagte: "Das Problem der Denkmalpflege sind nicht Schlösser wie Neuschwanstein, sondern die vielen Kleindenkmäler, die den Dörfern und Städten ihr unverwechselbares Gesicht und ihre Anmutung verleihen." Er verwies auf den Artikel 141 der Verfassung ("Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts haben die Aufgabe, die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und die Natur sowie die Landschaft zu schützen und zu pflegen.") Bezirksrat Richard Gaßner fügte an: "Der Bezirk ist bei solchen Juwelen gerne dabei. Dies bezieht sich nicht nur auf den Erhalt, sondern auch für die künftige Nutzung."

Ein Blick in die VergangenheitAn der Stelle, die jetzt Hirschwald einnimmt, befand sich bis vor 400 Jahren das Dorf Gumpenhof, dessen Name als Edelsitz bei Beurkundungen bereits 1143 und 1149 gebraucht wird. 1454 überließ das Kloster Ensdorf dem Kurfürsten Friedrich I. den Nutzgenuss von einem Gut zum Gumpenhofe. Pfalzgraf Friedrich, der später als Kurfürst Friedrich II. hieß, war ein großer Jagdliebhaber und machte aus dem landesherrschaftlichen Hirschwald ein großes Wildgehege. Da ihm das mitten darin gelegene Dorf Gumpenhof wegen des Wildschadens und der zu befürchtenden Wilddiebereien lästig wurde, erwarb er "allmählich auf gütlichem Wege" sämtliche Gumpenhofener Anwesen zu freiem Eigentum des Kurfürsten. Alle Gebäude wurden niedergelegt - mit Ausnahme der Ortskirche. Neben dieser wurde ein Jagdschloss mit etlichen Nebengebäuden erbaut. Die neu erstandene Ortschaft, nach damaligem Brauch zur Sicherung gegen räuberische Überfälle mit einer Ringmauer und einem vorgelegten Graben umgeben, erhielt von ihm den Namen Hirschwald. (sön)

 
Kriege und Seuchen sorgten für Erholung PDF Drucken E-Mail
  
Sonntag, den 19. Juni 2016 um 12:42 Uhr

Quelle: O-Netz 12.03.2016

Der Hirschwald und seine Geschichte
Kriege und Seuchen sorgten für Erholung

 

Der Hirschwald anno 1965. Dieter Dörner geht in seinem Vortrag auf die Jahrhunderte lange Geschichte des Forstes und des Ortes ein. Bild: hfz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Hirschwald war ökologisch und ökonomisch schon immer eines der bedeutendsten Waldgebiete Bayerns. Dass er mit über 5000 Hektar (ohne Privatwald) noch eine geschlossene Einheit bildet, ist der Jagdfreudigeit der Kurfürsten und dem Waldbann der Stadt zu danken.

Am Dienstag, 15. März, 19.30 Uhr, hält der Leiter der Regionalgruppe Amberg des Historischen Vereins, Dieter Dörner, in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Vortragsraum des KEB-Bildungswerkes, Dreifaltigkeitsstraße 3, einen Lichtbildervortrag über Geschichte und Nutzung des Hirschwaldes. Der Eintritt ist frei. Das im Mittelalter in großen Mengen benötigte Bau- und Brennholz, das Holz für die Zimmerung im Bergbau, vor allem aber das für die Hammerwerke, die Kalkbrennerei, die Schmieden und die Hafner benötigte Kohlholz setzten dem Hirschwald gewaltig zu. So wurden bereits Mitte des 14. Jahrhunderts auf Initiative des Nürnberger Hammerherrn Peter Stromeir Teile künstlich angesät. Nach dem Lorenzer Steckerleswald ist damit der Hirschwald der zweitälteste Kulturwald Deutschlands, sagt Dörner.

Im 16. und 17. Jahrhundert erlassene Waldordnungen trugen weniger als Kriege und Seuchen zur Erholung des Waldes bei. Wer weiß schon, dass die Existenz des Ortes Hirschwald, einst Gumpenhof, der Jagdfreude des Pfalzgrafen Friedrich (Kurfürst Friedrich II.) zu verdanken ist? Ein Schloss diente der Beherbergung und Bewirtung feudaler Jagdgesellschaften.

 

Aktualisiert ( Sonntag, den 19. Juni 2016 um 12:54 Uhr )
 
Gerne auf der Jagd PDF Drucken E-Mail
  
Sonntag, den 19. Juni 2016 um 12:35 Uhr

 

Quelle: O-Netz 09.12.2014

 

Alfred Reinwald (80) hat noch Vertrag bis 2016

Gerne auf der Jagd

 

 

Bürgermeister Markus Dollacker (Zweiter von rechts) gratulierte mit Wolfram Seebauer (rechts), Stephan Renner, Pfarrer Hermann Sturm und Maria Leikam Alfred Reinwald (von links) zum 80. Geburtstag. Bild: sön

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(sön) Als er jünger war, wollte er eigentlich nach Amerika zu seinem Onkel auswandern. Doch er blieb der Liebe wegen. Jetzt feierte Alfred Reinwald mit seiner Familie, Verwandten und Freunden seinen 80. Geburtstag. Bürgermeister Markus Dollacker gratulierte und überreichte ein Geschenk. Für die Pfarrei wünschte Pfarrer Hermann Sturm Gesundheit und Gottes Segen. Für den Jagdverband überbrachten Wolfram Seebauer und Stephan Renner, für den CSU-Ortsverband Maria Leikam Präsente und Glückwünsche.


In Aicha bei Adertshausen wurde der Jubilar am 6. Dezember 1934 geboren. Er besuchte in Adertshausen die Volksschule und war von 1951 bis 1953 Metzgerlehrling in Amberg. Nachdem sein Vater in Höchensee einen Bauernhof mit 21 Hektar gekauft hatte und Alfred Reinwald die Hofübergabe versprochen hatte, kam alles anders: Als 1961 die Mutter an Leukämie starb, gingen seine beiden Geschwister eigene Wege. Der Vater stellte unerfüllbare Forderungen für die Hofübergabe, Alfred Reinwald dachte ans Auswandern zu seinem Onkel in Amerika. Wieder kam es anders, am 11. November 1964 traf er auf der Martinifeier in Oberbuch Maria, "die Frau fürs Leben."

Sie hatte den Plan für eine Fremdenpension schon in der Schublade, die Auswanderung nach Amerika war passé, eine Arbeit bei der Hauptpost in Amberg angenommen. Alles konzentrierte sich bei dem jungen Ehepaar auf den Bau der Pension in Hirschwald. Der Jubilar erinnert sich; "Im Juli war Baubeginn, im Oktober Richtfest, im Januar 1967 wurde unser erstes Kind geboren, das Haus bezogen. Als im Mai das erste Doppelzimmer fertig war, kamen schon die ersten Gäste aus Hamburg."

1968 kam der zweite Sohn zur Welt, 1970 war das Haus mit 20 Betten fertig. Aus gesundheitlichen Gründen sei 1989 die Pension aufgegeben und in drei Wohnungen umgebaut worden. Leidenschaft des Jubilars aber ist die Jagd. Bis 2016 hat er noch sein Jagdrevier in Wollenzhofen, heuer die 64. Jahreskarte erworben.

 

Aktualisiert ( Sonntag, den 19. Juni 2016 um 12:54 Uhr )
 
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